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Memoria, 2015
neon tube, reinforcing mesh
250 × 400 × 15 cm

Sebastian Utzni übersetzt für die Ausstellung in Grenchen seine handschriftlich festgehaltene schematische Darstellung des antiken Erinnerungsmodells in eine mehrteilige Leuchtschrift bestehend aus feinen Neonröhren. Die leuchtenden Buchstaben, montiert auf ein vertikal in den Raum gesetztes Armierungsgitter, geben gleich zu Beginn die Lesart der Ausstellung vor. Diese ungewöhnliche Montage lässt den Blick auf die verschiedenen gezeigten Arbeiten zu und illustriert gleichzeitig die einzelnen Teile des Modells. Mit der Wahl des Leuchtmittels Neon erzeugt Utzni ein Wechselspiel zwischen Erinnerungen an nächtliche, von Leuchtreklamen geprägte Stadtbilder aus dem Alltag und Erinnerungen an kunsthistorisch bedeutende Werke wie beispielsweise jene von Bruce Naumann oder Lucio Fontana, die bereits Mitte des letzten Jahrhunderts mit Neon gearbeitet haben. Mit diesem augenfälligen Signal aktiviert er einerseits unser Gedächtnis und legt andererseits seinen Bezugsrahmen offen.
(Katalogtext Kunsthaus Grenchen)

Fotos © by Alexandra Roth.